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Ärger um die Morgensternflagge

Im Jahr 2000 hatte die indonesische Regierung eine Zeit lang erlaubt, beide Falggen nebeneinander zu hissen. Hier ein Foto aus Wamena. Foto: WPN

Die Morgensternflagge soll offizielles Symbol der Provinz Papua werden. Das sieht ein Verordnungsentwurf vor, den das Provinzparlament von Papua (DPRP) auf Vorschlag des Volkrates der Papua (MRP) bei der Regierung in Jakarta einreichen will. aktuelles_Morgensternflagge Javaner verbrennen in Yogyakarta die Morgensternflagge Flagge_Wamena_rotweiss_Morg Im Jahr 2000 hatte die indonesische Regierung eine Zeit lang erlaubt, beide Flaggen nebeneinander zu hissen.Hier ein Foto aus Wamena. Das Sonderautonomiegesetz (UU21/2001) regelt in §2,2, dass die Provinz Papua eine eigene Flagge und eine eigene Hymne als Zeichen der kulturellen Besonderheit besitzen soll. Einzelheiten sollen durch eine Ausführungsbestimmung geregelt werden. Diese wurde aber bisher noch nicht erlassen. Jetzt haben Volksrat und Provinzparlament einen Entwurf vorgelegt. Die Flagge darf laut Gesetz kein Symbol der Souveränität sein. Die Morgensternflagge wurde jedoch immer im doppelten Sinn verstanden: als kulturelles Symbol wie auch als Symbol einer künftigen Unabhängigkeit. Als kulturelles Symbol gelten der Morgenstern sowie die sieben blauen Balken auf weißem Grund, welche für sieben kulturell eigenständige Regionen West-Papuas stehen. Doch die Flagge wurde am 1. Dezember 1961 offiziell als Flagge eines in Zukunft unabhängigen West-Papua eingeführt. Sie durfte damals allerdings nur neben der niederländischen Flagge gehisst werden, war also kein Symbol der Souveränität. Vom 1. Januar bis zum 30. Oktober 2000 hatte die indonesische Regierung schon erlaubt, die Morgensternflagge neben der rot-weißen indonesischen Nationalflagge zu hissen. Die Erlaubnis wurde aber zurückgezogen. Das hatte damals zu schweren Zusammenstößen der Bevölkerung mit den Sicherheitskräften geführt. Allein in Wamena gab es mehr als 30 Tote. Seither ist das Hissen der Flagge verboten. Verstöße werden mit hohen Gefängnisstrafen geahndet. Filep Karma und Yusak Pakage wurden im Mai 2005 zu 15 und 10 Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie auf einer Demonstration im Dezember 2004 die Morgensternflagge für 10 Minuten gehisst hatten. Amnesty International hat die beiden in die Liste der politischen Gefangenen aufgenommen (siehe Menü Kampagnen/amnesty international in dieser Website) Im Juni 2007 hatten Indonesier in Yokyakarta/ Java in einer Gegendemonstration die Morgensternflagge öffentlich verbrannt. Das hat viele Papua zutiefst verletzt. Im Vorfeld des indonesischen Nationalfeiertags wurde der Gouverneur von Papua gefragt, ob er den Vorschlag der beiden demokratische gewählten Gremien (Volksrat und Provinzparlament) unterstütze. Er äußerte sich diplomatisch: „Die Einheit des indonesischen Staates darf nicht gefährdet werden. Doch darf diese Einheit uns nicht in einer Weise aufgezwungen werden, die unsere kulturelle Besonderheit missachtet. Die Einheit des Staates und unsere kulturelle Besonderheit sind keine Gegensätze.“ Er erinnerte an das Motto des indonesischen Vielvölkerstaates Einheit in Vielfalt. (Quelle: Cenderawasih Post in Kabarpapua)

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