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Kräftemessen zwischen indonesischer Regierung und Freeport McMoRan

Der milliardenschwere Minengigant Freeport McMoRan Inc. musste Ende Januar einen herben Rückschlag hinnehmen. Seit 28. Januar 2016 durfte die Indonesische Tochtergesellschaft PT. Freeport Indonesia vorläufig kein Kupferkonzentrat für die Weiterverarbeitung auf dem Weltmarkt exportieren. Die Ausfuhrlizenz war abgelaufen und der Antrag auf eine Verlängerung der Exportlizenz aufgrund eines fehlenden Empfehlungsschreibens des indonesischen Ministeriums für Energie und mineralische Ressourcen gescheitert.

Grund für die Verweigerung des Empfehlungsschreibens war der fehlende Konsens bezüglich einer Anzahlung in Höhe von 530 Millionen US Dollar für den Bau eines Schmelzwerkes zur Mineralveredelung in der Ostjavanischen Stadt Gresik. Die indonesische Regierung hatte zudem 5% Ausfuhrzoll von Freeport McMoRan eingefordert. Der Konzern hatte sich trotz des Ablaufs seiner Exportgenehmigung geweigert auf die Forderung der indonesischen Regierung einzugehen, weil diese nach Auffassung der Geschäftsleitung gegen eine Abmachung aus dem Jahre 2014 verstoße. Nun kam es bei kürzlich stattgefundenen Verhandlungen zu einer Einigung: Freeport darf in den kommenden sechs Monaten bis zu einer Tonne Mineralkonzentrat ausführen und muss 5 % Exportzoll an die indonesische Regierung zahlen. Die Forderung nach dem Bau eines Veredelungswerkes und der damit verbundenen Anzahlung bleibt weiter offen.

Das Kräftemessen ist Teil von fortlaufenden Verhandlungen zwischen Freeport und der indonesischen Regierung. Hauptgegenstand der Gespräche ist die Verlängerung der Konzession für den Abbau von Kupfer und Gold in der Grasbergmine - sie gilt als eine der weltweit größten Gold- und Kupferminen und befindet sich in der Ostindonesischen Provinz Papua. Nach Angaben von Freeport McMoRan verkaufte der Konzern im Vorjahr 372 Millionen Kilogramm Kupferkonzentrat aus der Grasbergmine für einen Marktwert von 1.73 Billionen US Dollar. Freeports Abbaukonzession läuft 2021 aus und soll zunächst bis 2041 verlängert werden. Die Präsenz der Minengesellschaften in West Papua ist stark umstritten. Indigene Gruppen und Aktivisten werfen dem Konzern vor, für Menschenrechtsverletzungen und schwerwiegende Umweltzerstörung verantwortlich zu sein. Seit mehr als zehn Jahren kommt es in der Umgebung der Mine zu Schießereien durch unbekannte Akteure, bei denen immer wieder Menschen getötet werden.

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