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Schülererschießungen in Papua überschatten internationalen Tag der Menschenrechte

Am 10. Dezember, dem internationalen Tag der Menschenrechte, berichten mehrere Organisationen von Tötungen in Papua, die sich am Montag zuvor ereignet hatten. Wie die Menschenrechtsabteilung der KINGMI Kirche und andere Menschenrechtsorganisationen berichten schossen Polizei und Militär in Enarotali im Landkreis Paniai am Morgen des 8. Dezembers auf eine Gruppe von etwa 800 Demonstranten, zu denen auch Frauen und Kinder gehörten. Durch die Schüsse kamen fünf Schüler ums Leben. Mindestens 17 weitere Personen, darunter fünf Grundschulschüler, wurden laut den Berichten verletzt und mussten in Krankenhäusern versorgt werden.

Am Abend zuvor hatten indonesische Soldaten eine Gruppe Kinder verprügelt, nachdem diese einem vorbei fahrenden Militärfahrzeug zugerufen hätten. Am darauf folgenden Morgen trafen sich etwa 800 Mitglieder der indigenen Gemeinde um mit einem traditionellen Tanz die Tat anzuklagen. Der rituelle Waita Tanz wurde vor der lokalen Militäreinrichtung in der Nähe der Polizei auf einem Grasfeld mit Rufen und Kreisläufen ausgetragen. Die Sicherheitskräfte begründeten ihre Angriffe auf die Protestanten mit der angeblichen Wahrnehmung, die Gruppe hätte eine Bedrohung für Militär und Polizei dargestellt.

Ein Sprecher des UN-Hochkommissars für Menschenrechte in Genf zeigte sich alamiert über den Vorfall, der auch das Muster von Gewalt der letzten Jahre wiederspiegele und forderte eine unabhängige Untersuchung.

In der Mehrheit solcher Tötungen von Zivilisten durch Militär und Polizei in der Vergangenheit wurden die Täter nicht zur Verantwortung gezogen oder nur nachlässig intern abgemahnt. Diese anhaltende Straflosigkeit auf Grund fehlender Reformen im Rechtssystem und fehlendem Zugang von unabhängigen Beobachtern sowie die unverhältnismäßige Omnipräsenz von indonesischem Militär in Papua wird eine Wiederholung solcher Menschenrechtsverletzungen auch in Zukunft möglich machen.

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