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Angst bei Bevölkerung in Enarotali nach Mord an einem Polizisten in Paniai

WPN 24.08.2012 - Am Morgen des 21.8. wurde der Polizeibeamte Yohan Kasiwaitouw von unbekannten Angreifern auf dem Enarotali Flughafen in Paniai, West Papua erschossen. Die Angreifer erreichten den am See gelegenen Flughafen mit einem Schnellboot, erbeuteten das Gewehr des Opfers. Anthonius Diance, der Polizeichef der Paniai-Region glaubt an eine Aktion der Befreiungsorganisation OPM, die lokal durch John Yogi geführt sei. Laut VIVAnews bekannte sich später ein OPM Sprecher per Telefon zu der Aktion.

Bei Razzien von Polizei und Militär im nahegelegenen Dorf Kebo wurde nach den Tätern gesucht.
Nach dem Eindringen in das lokale Krankenhaus wurde ein Patient angeblich zum Verhör mitgenommen. Andere Patienten wurden aus Angst von ihren Familienangehörigen aus dem Krankenhaus geschafft.
Die Situation vor Ort bleibt weiterhin höchst angespannt. Geschäfte blieben geschlossen und die Bewohner verstecken sich in ihren Häusern aus Angst vor Eskalationen seitens der Polizei und Armee.

Auf Berichte, dass bei den Polizeirazzien auch wieder Häuser niedergebrannt wurden, gab Polizeichef Diance an: „Nein, es wurden keine Häuser angezündet, sondern nur ein Honai [traditionelles Haus der Papua], da der Täter darin vermutet wurde.“

Die Polizei bestätigte vier Festnahmen, Steven Degei, Matias Kouki, Alosius Degei und Melianus Degei, und gab vor beim Verhören keine Gewalt anzuwenden. Ein Polizeisprecher gab jedoch auch an, dass es „schwer sei, die Leute zum Reden zu bringen.“

In der Vergangenheit wurden solche Übergriffe gegen Polizeibeamte regelmäßig mit unverhältnismäßigen Gewaltaktionen der Sicherheitskräfte beantwortet. Das West Papua Netzwerk sieht mit Bedauern, dass die Kette von Gewalt und Widerstand weiter geht. Auf den von Papua geforderten Dialog als Mittel zur Konfliktlösung wurde von Seiten Jakartas noch immer nicht eingegangen.

(Quelle: ELSHAM News Service, Antara, Vivanews, Tempointeractiv)

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