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Die Gewalt in Papua droht zu eskalieren

Am 4. Juni (2012) fand in Jayapura eine Demonstration statt, die von Polizeikräften gewaltsam beendet wurde. Nach Informationen, die uns vorliegen, wurde ein Demonstrant getötet, zwei z.T. schwer verletzt und 43 Personen festgenommen.
Die Polizei setzte gepanzerte Fahrzeuge und Tränengas ein. Die Organisation KNPB (Nationales Komitee für West-Papua) hatte zu der Demonstration aufgerufen.
Man wollte auf kürzlich geschehene Übergriffe der Sicherheitskräfte aufmerksam machen.

Am Dienstag, dem 29. Mai, wurde ein deutscher Tourist, Herr Dietmar Pieper, von Unbekannten in Papua angeschossen und schwer verletzt. Seine Lebensgefährtin war Zeugin des Anschlages.
Sie berichtete, dass unbekannte Männer sich dem Paar genähert hätten, als es sich vormittags am öffentlichen Badestrand Base G aufhielt. Ohne irgend eine Motivation habe einer der Männer plötzlich auf Dietmar Pieper geschossen. Die Angreifer seien dann mit Autos davongefahren.

Eine weit verbreitete Meinung unter Papuas macht die indonesischen Sicherheitskräfte bzw. den Geheimdienst für den Anschlag verantwortlich. Ausländer sollten von Besuchen in Papua abgeschreckt werden. Gleichzeitig solle Papua als „gefährliche Region“ dargestellt und damit die Präsenz von immer mehr Sicherheitskräften gerechtfertigt werden.
Zum andern wollten die Demonstranten auf einen Zwischenfall im Hinterland von Nabire aufmerksam machen: Am 15. Mai (2012) wurden ein Papua von Sicherheitskräften erschossen und vier z.T. schwer verletzt. Pastor Dr. Neles Tebay, der Koordinator des Friedensnetzwerks Papua, nennt in einer Presseerklärung vom 5. Juni 2012 17 Zwischenfälle in diesem Jahr, bei denen Sicherheitskräfte auf Papua geschossen haben.
Er fordert dringend einen Dialog zwischen indonesischer Regierung und Vertretern der Papua.
Die Opfer des Zwischenfalls vom 4. Juni sind Yesa Mirin (25), aus dem Regierungsbezirk Yahukimo, Fanuel Taplo (29), aus dem Regierungsbezirk Pegunungan Bintang und Esan Sobolim (23, Student) aus dem Regierungsbezirk Yahukimo. Dem Namen nach ist Sobolim ein Yali. Yesa Mirin wurde getötet, die beiden Verletzten werden im Krankenhaus Yowari in Sentani behandelt. (sz)

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